Natur- und Landschaftsschutzgebiet „Hockenheimer Rheinbogen“

Das kombinierte Natur- und Landschaftsschutzgebiet „Hockenheimer Rheinbogen“ erstreckt sich über die gesamte Rheinniederung zwischen Altlußheim, Hockenheim und Ketsch. Es umfasst 30 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 656 ha, die von einem 1847 ha großen Landschaftsschutzgebiet umschlossen sind. Das Schutzgebiet ist damit insgesamt rund 2500 Hektar groß. Die Unterschutzstellung im Jahre 1990 geht maßgeblich auf unsere Initiative zurück!

Die Landschaft im Hockenheimer Rheinbogen wurde vom Rhein geschaffen. Von Natur aus floss der Rhein nördlich von Karlsruhe in großen Schleifen und Schlingen, sog. Mäandern, durch seine Niederung. Nahezu der gesamte Hockenheimer Rheinbogen lag im Überschwemmungsgebiet des Rheins, der kein festes Bett hatte und vor allem bei Hochwasser ständig seinen Lauf verlegte. Dabei modellierte er das Gelände, indem er Nebenarme, Rinnen, Senken, Mulden sowie Kies- und Sandrücken schuf und wieder vergehen ließ. Er erodierte tiefe Buchten in die angrenzende trockene Niederterrasse, von der sich die Rheinniederung heute durch eine rund 5-10 m hohe Geländestufe, das sog. Hochufer, deutlich absetzt. Immer wieder durchbrach der Rhein seine Ufer und trennte Schleifen und Schlingen ab, die zu Altarmen wurden und verlandeten. Auf diese Weise konnten Niedermoore entstehen wie z. B. in der Marlach bei Hockenheim, in der Silz bei Altlußheim und im Karl-Ludwig-See bei Ketsch.

Diese Verhältnisse änderten sich im 19. Jahrhundert mit der sog. Oberrheinkorrektion (1817-1876), als man den Rhein nach den Plänen des badischen Ingenieurs Johann Gottfried Tulla begradigte. Man durchstach die meisten Schleifen und Schlingen und baute Hochwasserdämme, so dass sich die Überschwemmungen heute auf einen schmalen, den Rhein begleitenden Streifen beschränken. Hier und landseits der Dämme, in der sog. Altaue, findet man heute ein vielfältiges Mosaik aus unterschiedlichsten Landschaftselementen. Typisch für den Hockenheimer Rheinbogen sind – neben ausgedehnten landwirtschaftlichen Flächen – Gewässer, Rinnen, Senken, Schluten, Verlandungszonen, Gräben, Röhrichte, Riede, Wiesen, Hochstaudenfluren, Gebüsche, Hecken sowie Auenwälder und Bruchwälder.

Links und Informationen zum Landschaftsschutzgebiet

•  Interaktive Karte des Landschaftsschutzgebiets (Daten- u. Kartendienst der LUBW)

•  Datenauswertebogen zum Landschaftsschutzgebiet (PDF)

•  Schutzgebietsverordnung (Website der LUBW)

•  Der Hockenheimer Rheinbogen im Themenpark Umwelt Baden-Württemberg



Beachten Sie: Es handelt sich hierbei um den Newsletter des BUND-Landesverbands Baden-Württemberg.

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